Nachbericht zum Fankongress 2012

Ein Lesetipp zum „Fankongress“ vom vergangenem Wochenende in Berlin:

Über 500 Teilnehmende plus 75 Referent_innen und noch einmal so viele Vertreter_innen der Presse sprechen eine recht deutliche Sprache. Der Fankongress in Berlin am vergangenen Wochenende war eine ziemlich dicke Sache. Dass DFB, DFL und Sky ebenfalls mit mehr als nur Nebenfiguren vor Ort waren, verstärkt den Eindruck. Umso stärker fiel das Fernbleiben der Polizei auf. Deren Vertreter von der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze ließ sich leider kurzfristig entschuldigen. Schade, denn immerhin stellt Polizeigewalt doch eines der gravierendsten Probleme dar, mit denen der Fußball bzw. seine Fans sich gegenwärtig herumärgern müssen.

Doch lässt mensch die Zahlen und auch die hervorragende Organisation des Events durch Pro Fans für einen Augenblick in den Hintergrund treten, so bleibt der Eindruck, dass trotz allem wenig erreicht wurde in Sachen Faninteressen. Bei den entscheidenden Punkten, allen voran Pyrotechnik, Stadionverbote und Anstoßzeiten, gab es von institutionalisierter Seite nicht einmal den Hauch eines Einlenkens. Der Eindruck, der bereits im Vorgang durch die lächerliche Pseudostudie des DFB zum Thema Pyrotechnik entstanden war, bestätigte sich hier leider. All die guten und richtigen Argumente, die vorgebracht wurden, etwa dass es aller Panikmache zum Trotz beim Fußball heute nicht mehr sondern weniger Gewalt gibt als früher, werden so leider wie so oft mehr oder weniger ungehört verhallen, weil die Adressat_innen einfach wenig Interesse daran haben sich ihr schönes Geschäft Fußball von irgendwelchen dahergelaufenen Fans vermiesen zu lassen und zudem ein derart klischiertes Bild von Fankultur haben, dass sie die Wahrheit wahrscheinlich nicht einmal sehen würden, wenn sie selbst in der Kurve stehen müssten statt in der VIP-Lounge zu sitzen.

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Und: Diskret in den Farben, ernst in der Sache

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