28.11.2012 Friedel 54/Berlin: Podiumsdiskussion „Fußballfans als Gefahr für Sicherheit und Ordnung“

Am Mittwoch, den 28. November um 19 Uhr, findet in der Friedel 54 (Friedelstraße 54 in Neukölln U7/U8 Hermannplatz) die von den Kritischen JuristInnen organisierte Podiumsdiskussion „Fußballfans als Gefahr für Sicherheit und Ordnung“ statt. Im Einladungstext heisst es:

„Fußball ist ein weltweit verbreiteter Sport und lebt durch die Menschen, die auf dem Rasen stehen und diejenigen, welche sich neben dem Platz engagieren. Zu den engagiertesten gehören freilich die Fans, welche ihren Verein immer und überall unterstützen und dadurch aus dem Stadionbesuch ein Erlebnis machen. Obwohl die deutschen Stadien zu den weltweit sichersten gehören, wird hierzulande aktuell eine breite Debatte über ein vermeintliches Gewaltproblem in den Stadien geführt. Von einer differenzierten Betrachtung kann hier jedoch nicht gesprochen werden, sodass auch nicht nach den Ursachen einzelner Vorfälle gefragt wird. Dass es sich dabei nicht um eine harmlose Scheindebatte handelt, zeigt zu großen Teilen die mediale Berichterstattu

ng. So werden Einzelfälle von Fehlverhalten seitens der Fans in einschlägigen Medien dazu genutzt, ein generelles Sicherheitsproblem und einen Anstieg von Gewalt erkennen zu wollen. Demzufolge wurde von Seiten der Polizei und Fußballverbände immer wieder ein härteres Durchgreifen gegen Fußballfans und ein „Ende der Toleranz“ gefordert. Die vielzähligen und umfangreichen Repressionen gegen die Fans ziehen zum Teil schwerwiegende juristische Folgen nach sich. Polizeiliche Präventivmaßnahmen wie Aufenthaltsverbote und Meldeauflagen zu Spieltagen sind höchst bedenklich. Sogenannte Ganzkörperkontrollen greifen in die Persönlichkeits-rechte der Fans ein und Stadionverbote aufgrund von Verdachtsmomenten, die auf Drängen der Polizei verteilt werden, stellen den Einfluss der Polizei auf die Vereine grundlegend in Frage. Dieser Maßnahmenkatalog wird von der Deutschen Fußball Liga (DFL) in ihrem Positionspapier „Sicheres Stadionerlebnis“ festgehalten, welches am 12. Dezember verabschiedet werden soll. Von Seiten der Fans wird dieses Konzept einstimmig abgelehnt und auch einzelne Vereine haben sich deutlich gegen das Sicherheitspapier ausgesprochen. Auf die Forderungen der Polizei und Verbände sowie die dadurch entstehenden juristischen Probleme der Fans wird ein Rechtsanwalt der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte eingehen. Wie die Stellung der Fans und das weitere Vorgehen aussehen können, wird ein Fanvertreter erläutern.“

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