Braune Schatten

Sehr lesens- bzw. hörenswerter Beitrag des Deutschlandfunks:

Wie rechtsextreme Fans das Stadion als Präsentationsfläche nutzen
Von Ronny Blaschke

Eine Mordserie an Migranten durch den „Nationalsozialistischen Untergrund“ hat eine überfällige Debatte über Rechtsextremismus angestoßen. Im Fußball gehen rechte Hooligans in den Stadien wieder in die Offensive. Sind Vereine und Fanprojekte darauf vorbereitet?

Thilo Danielsmeyer ist seit mehr als zwanzig Jahren Mitarbeiter im Fanprojekt Dortmund.

„Ich habe sofort einen Schlag ins Gesicht bekommen und war erstmal konsterniert. Und dann habe ich immer weitere Schläge abbekommen. Während auf mich eingeschlagen wurde, kamen Rufe wie: „Wir sind Dortmund und Ihr nicht“, „Ihr Schweine wollt uns Ihr raus haben“ und „Dortmund bleibt Rechts“. Ich habe dann irgendwann versucht zu reden, aber das hat auch nichts genutzt. Dann habe ich um Hilfe geschrien. Und ich habe das Glück gehabt, dass jemand aus der Szene meine Stimme kannte und mich mit Gewalt da rausgeholt hat. Und dann ist mir erst klar geworden, dass ich in dem Moment quasi fürs System gestanden habe.“

Während des Champions-League-Spiels in Donezk Mitte Februar wurde Danielsmeyer von Rechtsextremen überfallen. Dortmund gilt als eine Hochburg der Neonazis, vor allem der Autonomen Nationalisten. Sie sind in losen Strukturen organisiert, kleiden sich unauffällig, sind meist gewaltbereit. In keiner Stadt Nordrhein-Westfalens werden so viele rechtsextrem motivierte Straftaten gemeldet wie in Dortmund. Dieser Einfluss ist auch im Umfeld der Borussia zu spüren. Während der Saisonpremiere bekundeten Fans auf einem Transparent ihre Solidarität zum „Nationalen Widerstand Dortmund“, die neonazistische Gruppierung war zuvor verboten worden.

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