Raus aus der Sonne, ihr seid braun genug!

Etwa 800 Fans des 1. FC Lokomotive Leipzig besuchten am vergangenen Sonnabend, 3. August, ein Auswärtsspiel in Potsdam-Babelsberg. Ein Teil von ihnen machte lautstark auf sich aufmerksam – durch neonazistische Sprechchöre wie “Arbeit macht frei – Babelsberg 03″, “NSU, NSU”, “Zick, Zack, Zigeunerpack” und das “U-Bahn-Lied”, durch Hitlergrüße und Steinwürfe. Ansonsten gewohntes Fußball-Theater: Rangeleien mit Ordnern, ein versuchter “Platzsturm”. Erwartungsgemäß waren im “Scenario Lok”-Mob wieder einige bekannte Neonazi-Aktivisten u.a. aus Leipzig, Borna, Delitzsch und Grimma zu sehen.

In einschlägigen Foren und Kommentarspalten übt sich ein Teil der Lok-Fans in Rechtfertigungen: Politik gehöre nicht ins Stadion, zudem sei man gleichermaßen provoziert worden, beispielsweise durch das von Babelsberger Fans später entrollte Spruchband “Raus aus der Sonne, ihr seid braun genug”, von dem sich offenbar einige angesprochen fühlten.

Andere blau-gelbe Anhänger sehen die Verantwortung für das vereinsschädigende Verhalten bei der dominierenden Ultragruppe “Scenario Lok”: Neonazis sind dort willkommen, ihre kämpferische und identitäre Attitüde hat man sich angeeignet. Vor einem Jahr, am 18. August 2012, feierte “Scenario Lok” eine Party im NPD-Objekt Odermannstraße 8.

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