Fußball ist Fußball und Politik ist Politik?

Diese Forderung hört man öfters, besonders aber wenn es um linkspolitische Fanszenen geht. Niemand schreit dies laut, wenn Inferno Cottbus Transparente mit rechten Inhalten zeigt oder die NS Boys aus Chemnitz ihren Hitlerjungen präsentieren. Meist geht die Forderung einher mit der Diskreditierung von linken, antifaschistischen und antirassistischen Positionen innerhalb einer Fanszene. Beispiele gibt es zuhauf, die populärsten und aktuellsten dürften Aachen und Braunschweig sein. Doch was ist die Motivation dieser Formel, welche sich auf einen Liedtext einer rechten Band beruft?
Was unter Politik im Stadion verstanden wird, ist eine Interpretationsfrage. Der eine meint damit fanpolitische Themen, wie Eintritts-/Getränkepreise, Anstoßzeiten, Kommerzialisierung und Sicherheitspolitik. Dabei werden Themen wie Antirassismus und Aktivismus gegen Neonazis ausgeklammert, da diese mit dem Fußball nichts zu tun hätten. Wenn Fans sich engagieren gegen Ausgrenzung aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder sexueller Orientierung, dann werden sie aufgrund der Politik, die sie ins Stadion tragen, angefeindet. Doch selbst der 1. FC Lok Leipzig, dessen Fanszene als rechtspolitisch eingestuft wird, erkennt, dass „gewalttätige Auseinandersetzungen und rechtsextremes Gedankengut […] gesellschaftliche Probleme [sind, deren] Auswüchse sich mitunter auch beim Fußball bemerkbar machen.“

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